Auf Zeitreise durch die Verbraucherschutzgeschichte
Bild des Konsumenten änderte sich mit der Entwicklung des europäischen Lebensmittelrechts
(aid) – Die Rubrik „Wir in Europa“ auf www.was-wir-essen.de wurde aktualisiert und um einige Beiträge erweitert. Ab sofort finden Interessierte beispielsweise Informationen, wie sich die Verbraucherschutzpolitik in den vergangenen Jahrzehnten geändert hat. Noch bis in die 1990er Jahre war die deutsche Rechtsprechung durch das Bild eines „unmündigen“ Konsumenten geprägt, der Informationen auf dem Etikett nicht zu nutzen wusste. Dieses Bild änderte sich mit der Entwicklung des europäischen Lebensmittelrechts. Heute gilt der Verbraucher als aufmerksam und mündig, das heißt: Werden ihm Informationen geboten, weiß er diese auch zu nutzen, so die Auffassung.
Im Jahr 2000 hat die EU-Kommission mit ihrem „Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit“ einen Katalog von Maßnahmen vorgelegt, bei dem ein zentraler Punkt die Verbesserung der Verbraucherinformation, zum Beispiel durch mehr Informationen auf dem Lebensmitteletikett war. Doch dieses Ziel ist nicht einfach zu erreichen. Ein Beispiel ist die Health-Claims-Verordnung, welche die Vorschriften zur nährwert- und gesundheitsbezogenen Werbung für Lebensmittel verbessern sollte. Seit dem 1. Juli 2007 ist das Regelwerk in Kraft. Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben dürfen nur noch verwendet werden, wenn sie bestimmte Vorgaben erfüllen. Doch den Praxistest hat die Verordnung nicht bestanden. Das Zulassungsverfahren für gesundheitsbezogene Angaben hat sich als zu kompliziert und aufwändig erwiesen.
Heike Kreutz, aid
Quelle:
was-wir-essen.de, Newsletter 20 vom 06.10.2010
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