Ballaststoffhaltige Lebensmittel senken und Fleisch erhöht das Dickdarmkrebsrisiko
Experten der internationalen Krebsforschungsorganisation veröffentlichten aktuellen Bericht

Bildquelle:
aid infodienst
(dge) Im Mai 2011 veröffentlichten Experten der internationalen Krebsforschungsorganisation (World Cancer Research Fund, WCRF) einen Bericht zu Darmkrebs[1]. Er ist Teil eines kontinuierlichen Aktualisierungsprojekts zum WCRF-Bericht "Ernährung, körperliche Aktivität und Krebsprävention" aus dem Jahr 2007[2]. Der aktuelle Bericht bestärkt die bisherige Einschätzung, dass die Ernährung und weitere Lebensstilfaktoren eine bedeutende Rolle für die Prävention von Dickdarmkrebs spielen: Ein hoher Verzehr von ballaststoffhaltigen Lebensmitteln und körperliche Aktivität senken das Risiko. Ein hoher Verzehr von rotem Fleisch und Fleischprodukten sowie alkoholischen Getränken erhöhen das Risiko, ebenso wie eine erhöhte Körperfettmasse. Im Vergleich zum Bericht aus dem Jahr 2007 hat sich die Beweislage für einen schützenden Effekt ballaststoffhaltiger Lebensmittel laut WCRF verstärkt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat den Einfluss der Ballaststoffzufuhr auf das Dickdarmkrebsrisiko - ebenfalls auf Basis einer systematischen Auswertung der Fachliteratur - in ihrer aktuellen evidenzbasierten Leitlinie zur Kohlenhydratzufuhr[3] bewertet. Dabei untersuchte die DGE detaillierter die Ballaststoffzufuhr aus verschiedenen Quellen: Insbesondere die Zufuhr von Ballaststoffen aus Getreideprodukten ist mit einem verringerten Dickdarmkrebsrisiko verbunden.
Die sich daraus ergebenden Ernährungsempfehlungen lauten, dass zur Senkung des Dickdarmkrebsrisikos weniger Fleisch und Fleischprodukte und weniger Alkohol konsumiert werden sollten.
Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs mit geringem Verarbeitungsgrad und hohem Ballaststoffgehalt sollten bevorzugt konsumiert werden. Dies sind an erster Stelle Vollkornprodukte und des Weiteren Obst und Gemüse inklusive Hülsenfrüchten. Nicht rauchen, Übergewicht vermeiden, sich mehr bewegen und Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen sind weitere Empfehlungen von Krebsfachgesellschaften zur Prävention von Dickdarmkrebs.
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[1] World Cancer Research Fund/American Institute for Cancer
Research. Continuous Update Project Interim Report Summary. Food,
Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Colorectal
Cancer. (2011)
[2] World Cancer Research Fund/American Institute for Cancer
Research. Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention
of Cancer: a Global Perspective. Washington DC (2007)
[3] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.):
Kohlenhydratzufuhr und Prävention ausgewählter
ernährungsmitbedingter Krankheiten - Evidenzbasierte Leitlinie.
Bonn (2011). http://www.dge.de/leitlinie
Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Aus der Wissenschaft 1/2011 vom 05.07.2011
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