Ernährungskommunikation unter Gender-Aspekten
aid-Special über Zusammenhänge zwischen Essen und Geschlecht

Bildquelle:
www.aid-medienshop.de
(aid) - Männer essen weniger Gemüse als Frauen, dafür aber fast doppelt soviel Fleisch. Und während Frauen oft "Dauerdiät" halten, zeigen Männer eher ein lustbetontes Essverhalten. Bereits bei Mädchen und Jungen sind unterschiedliche Essensvorlieben erkennbar. Solche Unterschiede haben vielfältige kulturelle und soziale Ursprünge. Die Frage lautet: Wie können Bildung, Beratung und Gesellschaft den verschiedenen Ernährungsbedürfnissen und -wahrnehmungen begegnen?
Gender-Aspekte bieten zahlreiche Chancen für die Ernährungskommunikation. Das hat das 12. aid-Forum "Männer wollen mehr, Frauen wollens besser" gezeigt. In einem aid-Special zur Fachtagung zeigen neun Expertinnen und Experten verschiedener Fachgebiete, worin die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Bezug aufs Essen begründet sind und wo Bildungseinrichtungen und Beratungsfachkräfte ansetzen können, um Männern und Frauen gezielt in ihrer Ernährungskompetenz zu stärken.
Gleichzeitig fördert ein passgenaues Vorgehen auch ein Mehr an Geschlechtergerechtigkeit. Denn nach wie vor ist die Beköstigung der Familie überwiegend "Frauensache". Um solche Stereotypen aufzubrechen, müssen Kitas und Schulen im Rahmen einer gendersensiblen Betreuung schon früh verschiedene Rollen anbieten und vorleben, plädiert beispielsweise die Familiensoziologin Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Universität Gießen.
Neben soziologischen und kulturhistorischen Sichtweisen auf den Zusammenhang zwischen Essen und Geschlecht gehen die Beiträge auf Gender-Aspekte in der Werbung und Schulverpflegung ein. Wie können Jugendliche erreicht werden? Welche besonderen Bedürfnisse haben Männer in der Gesundheitskommunikation? Und können berufstätige Frauen in ihrem familiären Ess-und Versorgungsalltag unterstützt werden?
Diesen und weiteren Themen geht der Tagungsband fundiert und praxisorientiert nach. Neun ausführlich dokumentierte Vorträge und Diskussionen sowie drei kurze Filmbeiträge auf einer beiliegenden CD sensibilisieren für die Bedeutung von Genderaspekten im Alltag und geben Denkanstöße für die Praxis der professionellen Ernährungskommunikation.
Quelle:
aid infodienst, aid-PresseInfo Nr. 23/10 vom 09.06.2010
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