Tipps zum umsichtigen Fleischeinkauf
Wenn der Bissen im Mund nicht vergammelt sein soll, sollten Sie beim Kauf und der Zubereitung von Fleisch einige Regeln beachten

Bildquelle:
aid infodienst
Tonnenweise sichergestelltes Döner- und Entenfleisch sowie mehrere hundert Kilo Wildfleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum verderben Verbrauchern mal wieder gehörig den Appetit: Die Mindesthaltbarkeit im aktuellen Gammelfleischskandal war teilweise um vier Jahre überschritten! „Auch wenn in diesem Fall überlagertes Fleisch wenigstens teilweise vor dem Verzehr aus dem Verkehr gezogen werden konnte, reichen die beste¬henden Kontrollen und Sanktionen offensichtlich nicht aus, kriminelle Machenschaften von Fleischhändlern zu unterbinden“, kritisiert die Verbraucherzentrale NRW. Angesichts der immer wiederkehrenden Vor¬kommnisse sei eine effizientere Lebensmittelüberwachung dringend geboten. Auch wenn größtenteils verhindert wurde, dass sich Verbraucher am jüngsten Skandal buchstäblich „den Magen verdorben haben“, können sie grundsätzlich beim Kauf und bei der Zubereitung einige umsichtige Regeln beachten:
- Geschärfte Sinne einsetzen: Bei schlechtem Geruch, fahler Farbe und veränderter Konsistenz sollte gekauftes Fleisch zum Händler zurückgebracht werden. Augenscheinliche Mängel sind darüber hinaus beim Ordnungs- oder Veterinäramt zu melden.
- Unbearbeitetes Frischfleisch bevorzugen: Frisches Fleisch und Geflügel lassen sich nicht so leicht manipulieren. Farb-, Geruchs- und Geschmacksabweichungen werden nicht durch Würzen und andere Zutaten übertüncht.
- Fleisch wie rohes Ei behandeln: Bei Fleischwaren handelt es sich um empfindliche, leicht verderbliche Lebensmittel, die eine sorg¬same Behandlung erfordern: Schnitzel, Brust und Braten dürfen nicht lange ungekühlt bleiben, müssen also nach dem Kauf sofort verarbeitet werden oder in den Kühlschrank wandern. Rohes Fleisch darf nicht mit anderen Lebensmitteln, die roh verzehrt wer¬den, in Berührung kommen. Hände, Arbeitsflächen und Geräte sollten nach dem Hantieren mit der rohen Ware Fleisch sorgfältig gewaschen werden.
- Englisch und rosa gebraten sind out: Fleisch stattdessen immer gut durchbraten und garen! Wer mögliche Infektionen und Fleisch¬vergiftungen vermeiden will, sollte auf den Verzehr von rohem Fleisch – wie Mett und Tatar – verzichten.
- Beim Kauf kritisch nachfragen: Antworten zur Herkunft und Quali¬tät von Fleischprodukten sind zwar nicht in jedem Fall zufrie¬den stellend. Kritische Konsumenten unterstreichen mit ihrer Nach¬frage jedoch ihren Bedarf nach mehr Transparenz und Sicherheit. So wächst der Druck auf Handel und Hersteller, aussagefähige Informationen bereit zu stellen.
- Auf Qualitätssiegel achten: Prüfzeichen wie das anerkannte QS-Siegel (Qualitätssicherungssystem für Fleisch, Obst und Gemüse) oder Bio-Zeichen sind Garanten für zusätzliche neutrale Kontrollen und leisten damit einen Beitrag zur erhöhten Lebensmittelsicher¬heit.
Quelle:
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Tipp 36/2006 vom 07.09.2006
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