Die Kampagne in 2002
Schlussakt und Auftakt von Talking Food
Talking Food feierte am 18. August 2002, anlässlich des Tags der offenen Tür im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft in Berlin, den Abschluss seiner 4. Phase. Mit dem Ende der 4. Phase endete auch die Finanzierung der Kampagne durch die Europäische Kommission. Talking Food wird dennoch auch in Zukunft die Arbeit in Deutschland aktiv fortsetzen. Mit Unterstützung der Partner von Talking Food und des Verbraucherschutzministeriums sollen weiterhin unter dem Motto „Jugend is(s)t aufgeklärt“ Aktionen stattfinden, die bei Jugendlichen, Schulen und Lehrern Interesse für die Thematik wecken.
„Jugendliche zu kritischeren, weil aufgeklärteren Verbrauchern zu erziehen, bleibt auch in Zukunft das Ziel von Talking Food“, sagte Dr. Margret Büning-Fesel, Koordinatorin von Talking Food in Deutschland. „Unser Konzept ist zukunftsorientiert und erfolgreich. Es ist uns gelungen, Jugendliche auf unkonventionelle Weise für ernährungsrelevante Themen zu interessieren,“ betonte Dr. Margret Büning-Fesel. Verbraucherschutzministerin Künast unterstrich, dass die Ernährungsaufklärung für Jugendliche ein wichtiges Thema sei und dass das Verbraucherschutzministerium Medien und Aktionen für Kinder und Jugendliche fördern werde. Zudem sei es sehr positiv, wenn Talking Food auch weiterhin ein gutes Beispiel in Europa darstelle.
Dr. Büning-Fesel erklärte, dass zur Fortsetzung der Kampagne Paten gesucht werden, denen die Aufklärung von Jugendlichen zu den Themen Lebensmittelsicherheit, gesunderhaltende Ernährung und Verbraucherschutz als Förderer und Freunde der Talking Food-Idee am Herzen liegt. Moderiert wurde die Talking Food Schlussveranstaltung von Viva-Moderator Mola Adebisi.
Talking Food auf den Jugendmedientagen 2002
Bei den vom 31.5.- 2.6. 02 stattfindenden Jugendmedientagen in Schwerin beteiligte sich Talking Food mit einem Informationsstand und einem Workshop zum Thema Lebensmittelsicherheit.
400 Jugendliche aus dem deutschsprachigen Raum, hauptsächlich Redakteure von Schülerzeitungen, nahmen an den 3 Tagen an Podiumsdiskussionen und Workshops teil. Der thematische Schwerpunkt lag im Bereich Medien.
Vermutlich deshalb haben sich nur 5 Jugendliche (3 Mädchen, 2 Jungen) an dem Talking Food Workshop beteiligt.
Die Teilnehmer haben mit Hilfe von Informationen aus der virtuellen Ausstellung, Info-Broschüren und des Workshop-Leiters ein Lebensmittel entworfen, und das Planspiel bis zur abschließenden Talk-Runde durchgespielt. Da sich die drei 14 jährigen Mädchen hartnäckig weigerten, den Talk, wie geplant in der Fußgängerzone vor Publikum aufzuführen, fand er im Klassenraum statt.
Das von ihnen entworfene Produkt nannte sich „Hair Fix“. Es waren einzelnen eingepackte flache Schokoladenbonbons, die sauer schmecken. Der regelmäßige tägliche Konsum führt zum Stoppen des Haarwuchses. Man spart sich also den Gang zum teuren Friseur, oder gehbehinderte Menschen den kostspieligen Hausbesuch. Die Wirksamkeit des Produktes beruht auf der einzigartigen Zusammensetzung zwar krebserregender aber altbekannter und erlaubter Konservierungsstoffe. Die Wirkung sei in Versuchen des Herstellers bewiesen worden.
Im Planspiel selbst waren die Rollen klar verteilt, die 18 und 19 jährigen Jungen waren die Produzenten und Werbefachleute, die Mädchen Verbraucherberaterinnen und Lebensmittelüberwacherinnen. Die Jungen bezogen ihre Informationen größtenteils selbstständig aus dem Computer, die Mädchen würdigten ihren Computer keines Blickes und blätterten lieber in den Broschüren.
Im Abschlusstalk war die Lebensmittelüberwacherin nur schwer davon zu überzeugen, dass sie das Produkt nicht sofort verbieten kann, da die verwendeten Mengen im Rahmen der Grenzwerte lagen, und es zu einem teuren Rechtstreit kommen würde. Sie wolle aber dafür sorgen, dass die Wirkung des Produktes überprüft werde, und dieses überflüssige Lebensmittel bald vom Markt verschwindet.
Im Nachgespräch gaben alle zu, dass sie sich nur wenig Gedanken zu ihren Eßgewohnheiten und zu Nahrungsmitteln machen. Überrascht waren sie, dass beispielsweise krebserregende Stoffe in Lebensmitteln zugelassen sind.
Sie wollen in ihren Schulklassen das Planspiel im Netz erwähnen und möglicherweise am Planspiel mit ihrer Klasse teilnehmen.
YOU 2002 in Essen
Talking Food war dabei: Die YOU Essen 2002, die vom 9. bis 12. Mai 2002 auf dem Essener Messegelände stattgefunden hat, schloss mit einem Besucherrekord nach vier unterhaltsamen, lehrreichen und spannenden Tagen ihre Pforten: Über 290.000 Besucher statteten Europas größter Jugendmesse einen Besuch ab.
Auf ca. 100.000 m² Hallen- und Freifläche konnten die Jugendlichen auf der Ruhrgebiets-YOU die neuesten Trends aus Musik, Sport, Lifestyle und Mode aufspüren, sich über Ausbildungsthemen und berufliche Perspektiven informieren, viele Stars und Sternchen aus Fernsehen und Showbiz auf den Musikbühnen live erleben und neue Produkte und Dienstleistungen entdecken.
Wie bereits im letzten Jahr hat der Talking Food-Botschafter Mola Adebisi auch in diesem Jahr das Talking Food-Lebensmittelquiz durchgeführt – zu gewinnen gab es Eastpak-Rucksäcke. Den jugendlichen Besucher erklärte er, dass Talking Food ihre Fragen in Sachen Lebensmittelsicherheit und Ernährung beantwortet und dass unter www.talkingfood.de jede Menge Informationen zu diesen Themen und zu allen Talking Food-Aktionen zu finden sind.
Highlights der Messe waren unter anderem die Eröffnungsveranstaltung mit der NRW-Jugendministerin Birgit Fischer und dem Oberbürgermeister der Stadt Essen, Dr. Wolfgang Reiniger, der Messebesuch des Skispringers Martin Schmitt, die Autogrammstunde mit der Musikgruppe No Angels, die Vor-Ort-Dreharbeiten zur Fernsehsendung „Teenstars" und die ca. 50 Top-Musicacts auf der VIVA-BamS-Bühne.
Volker Ebener, Geschäftsführer der YOU-Team Messe GmbH & Co. KG, erklärt anlässlich des Messe-Endes der YOU 2002 in Essen: „Die siebte YOU im Ruhrgebiet ist durchweg ein großer Erfolg. Wir sind über das enorme Besucheraufkommen und die begeisterten Ausstellerreaktionen äußerst zufrieden. Erneut hat sich gezeigt, dass die YOU eines der größten und bedeutendsten Jugendereignisse in Deutschland und ein festes Datum im Terminkalender vieler 14- bis 25-Jähriger ist.“
TAF-Theater in der Schule
Ein besonderer „Leckerbissen“ für Schüler (und Lehrer) im Jahr 2002 war die Theatertournee. Das jugendgerechte Theaterstück „Let’s talk about food“ wurde an rund 30 Schulen bundesweit aufgeführt.
„Let’s talk about Food“ zeigte Situationen, in die sich Heranwachsende leicht hineinversetzen können. Das 60-minütige Theaterstück verknüpfte Aspekte der Lebensmittelsicherheit mit aktuellen Interessen von Jugendlichen wie Berufswahl, Freundschaft, Liebe und Musik. „Let's talk about Food“ – dieser und andere Rap-Songs im Stück sorgten nicht nur bei Schülern für Stimmung. In anschließenden Diskussionen beantworteten Ernährungsfachleute die Fragen der Jugendlichen und informierten darüber, wie jeder Einzelne zur Lebensmittelsicherheit beitragen kann.
Talking Food auf der Bildungsmesse
Auch in 2002 sprach Talking Food mit dem Motto „Wissen, was auf den Tisch kommt“ Lehrer und Schüler während der Bildungsmesse in Köln auf das Thema Lebensmittelsicherheit an. Am Talking Food Stand gab es Informationen und spezielle Arbeitsmaterialien: z. B. Hintergrundinformationen zur Kampagne, Broschüren, Poster, ein Medienpaket für den Unterricht, Jugendpresseinformationen für Schülerzeitungsredakteure, Informationen zur InternetFactory und zum Talking Food Rollenspiel. Lehrer erfuhren, welche Möglichkeiten es gibt, sich aktiv an Talking Food Aktionen zu beteiligen und wie man das Theaterstück „Let's talk about food" für die Schule buchen kann. Außerdem konnten sich alle Standbesucher an einem Lebensmittelquiz beteiligen. Zu gewinnen gab es Unterrichts- und Informationsmaterialen rund um das Thema Lebensmittelsicherheit und Ernährung: Von CD-ROMs über Videofilme, Foliensätze bis hin zu CDs.
Talking Food-Eventhalle auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin
Erstmals gab es auf der Grünen Woche in Berlin eine Messehalle speziell für Jugendliche: Vom 11. bis 20. Januar 2002 verwandelte sich die Halle 26.b in die „Talking Food-Eventhalle", wo den jungen Besuchern mit Musik, Sport und spielerisch vermittelten Informationen das Thema Lebensmittelsicherheit nahegebracht wurde. Die gesamte Halle war mit den typischen Elementen und Symbolen von Talking Food gestaltet.
Anziehungspunkt war vor allem die Talking Food Showbühne: Der bekannte TV-Moderator Mola Adebisi moderierte über die gesamten zehn Tage in der Halle das Bühnenprogramm, führte mehrmals täglich das Lebensmittel-Quiz durch und begleitete die spannende Vitamin-Rallye. Das Bühnenprogramm in der Talking Food-Eventhalle präsentierte zahlreiche prominente Gäste.
Spiele und Infos gab es auch an Aktionsständen von Behörden, Organisationen und Firmen. Mit dabei waren das diesjährige Partnerland Bayern, die Krankenkasse DAK, der TV-Sender B1, der Radio-Sender RTL, und industriellen Aussteller wie Nestlé, McDonald's, Milka und Nordsee.
Talking Food hatte die Kooperation mit Ausstellern wie Fast Food-Ketten bewusst gesucht: Junge Verbraucher sollten sich kritisch mit dem „Schlaraffenland“, in dem sie leben, auseinander setzen. Dazu gehörte auch der Dialog mit der Wirtschaft. Jungen Leute sollten motiviert werden zu fragen, was sie essen, ob auch drin ist, was draufsteht, wo die Lebensmittel herkommen, ob sie sicher sind und welche Alternativen es gibt. Dadurch haben sich auch die ausstellenden Firmen durch das Hallenkonzept aktiv mit den Themen Lebensmittelsicherheit und -qualität beschäftigen.
Auf der Hauptbühne gab es drei Talkrunden zu den Themen „Werbung“, „Lebensmittelsicherheit“ und „Alles Öko?“. Engagierte Schüler aus Berlin diskutierten mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Unter der Moderation von Mola Adebisi kamen auch Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast, CDU-Chefin Dr. Angela Merkel und der Bayerische Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner zu Wort. „Ernährungspolitik hat keinen Sinn, wenn die Verbraucher, insbesondere die jungen Verbraucher, nicht mitmachen“, betonte Ministerin Renate Künast. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) unterstützte die Talking Food Eventhalle auf der Grünen Woche in Berlin, „damit Jugendliche andere Ideen in Sachen Ernährung bekommen“. Die Ministerin forderte die jungen Verbraucher auf, selbst aktiv zu werden, aber auch Lehrer und Eltern nach Informationen zur Lebensmittelsicherheit zu fragen. Die Eventhalle sei ein guter Start, sagte Künast, und im nächsten Jahr müsse in dieser Richtung weitergemacht werden.
Viele Politiker besuchten die Talking Food-Eventhalle. Bayern als Partnerland präsentierte am 12.1.02 den „Bayerntag“ mit landestypischen Aktivitäten. Täglich wurde zur Hauptsendezeit über die Eventhalle und die einzelnen Aktionen, Diskussionsrunden und Besucher im TV-Sender FAB berichtet. Ein weiterer Höhepunkt war eine halbstündige TV-Sendung der ARD mit einer Podiumsdiskussion live aus der Eventhalle.
Die Jugend-Event-Halle war der Auftakt zur seiner letzten Projektphase im Rahmen der Food Safety Campaign der EU. Es war eine Premiere und vieldiskutierte Attraktion auf der traditionsreichen Messe, eine unkonventionelle Talking Food-Halle eigens für junge Leute zu gestalten und ihnen eingebettet in Musik, Show, Sport und Spiel Informationen über Lebensmittelqualität, Kennzeichnung und Kontrollen zu vermitteln.
Initiatoren der Eventhalle waren die Messe Berlin und Talking Food; unterstützt wurde die Halle vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) und dem diesjährigen Partnerland Bayern.
7 Tage mit Mola Adebisi - auf der "Grünen Woche" in Berlin
Talking Food auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin 2001






